Brodelndes Wasser und Dampfschwaden: “Die El Tatio - Geysire”

Nach einem entspannten Montag, weckte Dieter den Rest der Gruppe mit einem frohen Lied “Im Fruehtau zu Berge”. Bereits um 3:30 Uhr standen wir fix und fertig unter dem Sternenhimmel im Hof unseres Hostals und warteten auf unseren Guide. Um 4:00 Uhr ging es endlich los. In stockdunkler Nacht, auf Schotterstrassen, durch Furten und engen Serpentinen fuehrte der Weg auf 4300m. Das Tatio-Geysire-Feld war unser Ziel.

Ohne unsere Taschenlampen und dicker Winterkleidung (minus 10 Grad) waeren wir verloren gewesen. Aus den Fumarolen zischte, blubberte und dampfte es gespenstisch in den noch dunklen Himmel. Ueber den umliegenden Vulkanen (lauter 6000er) stieg langsam die Morgensonne auf. Das Geysire - Feld entpuppte sich als dampfender Hexenkessel in einem fuer uns ueberschaubaren Ausmass. Die Dampf- und Nebelschwaden zogen ueber uns in den fahlen Morgenhimmel. Vorsichtig ertasteten wir am Rande der Fumarolen das kochend heisse Wasser. In einzelnen, kleinen, dampfenden Erdloechern wurden Milch- und Kakaobeutel fuer das Fruehstueck erwaermt.

Unser Guide brachte uns auf eine kleine Anhoehe, um dort die ersten warmen Sonnenstrahlen waehrend unseres gemeinsamen Fruehstuecks geniessen zu koennen.

Vincanas und Vizcachas beobachteten uns dabei. Erstmals sahen wir auch die Yareta-Pflanze, die erst ab 4000 m gedeiht und im Jahr nicht mehr als einen Millimeter waechst. Ihre dunkelgruenen Dolden erscheinen weich wie Moos, sind aber in Wirklichkeit steinhart.

Wer Lust hatte, konnte in einer 38 Grad heissen Termallagune baden. Die Aussentemperatur hielt uns jedoch davon ab.

vulkankrater-kl.jpg

Als Hoehepunkt brachte uns der Guide zu aktiven Vulkanquellen. Brodelnder, grollender, dunkelbrauner schwefelhaltiger Schlamm schoss Meterhoch aus mehreren Kratern. Die Urgewalt hoerten und spuerten wir mit all ihrer Macht. Die duenne und schwefelhaltige Luft liess uns bei jeder Bewegung immer kurzatmiger werden.

Auf der Rueckfahrt bestaunten wir immer wieder die einzigartige Flora, Fauna und Bergkulisse dieser Gegend.

Und jetzt haben wir Hunger!!!!!

Tag 4 in der Atacamawueste. P.S.: Auch hier gibt es Torten

Es gruessen Helga und Dieter  -  Herbert und Irene

14.03.2011

Antwort schreiben

Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.